Arbeiter in frühindustriellen Betrieben in Osnabrück

Zigarrenfabrik André

Martha Schneider, Gretchen Elfers, Gretchen Stoppelkämper, Christiane Stoppelkämper, Drütchen Koversmann und Dortchen Probst, wohnhaft in Osnabrück, arbeiteten 1844 in der Packstube der Zigarrenfabrik André.
 
Die Firma hatte dem Magistrat der Stadt zugesagt, dass die Frauen dort ohne Männer tätig waren. Diese Zusage erfolgte deswegen, weil der Magistrat der Stadt Osnabrück 1842 die Tätigkeit von Frauen in Zigarrenfabrik wegen angeblich unsittlicher Zustände verboten hatte. Die Zigarrenfabrikanten, die betonten, sie seien auf die Arbeiterinnen angewiesen, um konkurrenzfähig zu bleiben, versuchten immer wieder das Verbot zu umgehen. Anfang der 1860er Jahre wurde das Verbot dann wieder aufgehoben.

Frühindustrielle Betriebe beschäftigten auch Frauen. Vor allem in den Textil- Papier- und Tabakfabriken wurden sie für die geringer bezahlten Tätigkeiten angestellt. Dazu zählten u. a. das Sortieren und Reinigen der Lumpen in der Papierfabrikation oder die Tätigkeit als Wickelmacherin bei der Herstellung von Zigarren. Für die Betriebe waren die zumeist unverheirateten Frauen billige Arbeitskräfte. Infolgedessen wehrten die Unternehmen sich gegen Bestrebungen seitens der Stadt Osnabrück, die Frauenarbeit in den Fabriken einzuschränken bzw. zu verbieten.
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