Die Putzfrau. Vom Dienstmädchen zur Raumpflegerin |

15.05.2008 - 19.10.2008

Staubsaugen und Staubwischen, Treppenhäuser, Büroräume und Toiletten reinigen – das ist die Domäne der Raumpflegerin. Täglich widmet sie sich dem Kampf gegen den Schmutz, ob allein oder in einer Reinigungskolonne. Ihr stellt sich eine komplexe Aufgabe, die den vollen Einsatz fordert, Tag für Tag von neuem. Reinigungskräfte sind in Industriebetrieben tätig, in kommunalen Verwaltungsgebäuden, Hotels, Verkehrsmitteln und Institutionen wie Schulen, Krankenhäusern und Bürogebäuden ebenso wie in Privathaushalten oder in den Treppenhäusern großer Wohnanlagen.

Die Ausstellung „Die Putzfrau. Vom Dienstmädchen zur Raumpflegerin“ stellt die spezielle Lebens- und Arbeitssituation von dienstbaren Geistern in den Fokus, die sich früher in bürgerlichen Haushalten nützlich machten und sich im Laufe der Jahrzehnte zu modernen Raumpflegerinnen entwickelten. Anhand zahlreicher Exponate werden ihre vielfältigen Tätigkeiten aufgezeigt, Reinigungsmittel im Wandel der Zeit vorgestellt sowie die technische Entwicklung der Hilfsmittel: vom Waschbrett bis zum modernen Reinigungsautomaten, der saugt und schrubbt. Filme, Werbespots, Fotos und elektrische Gerätschaften als Ausstellungsstücke runden den Blick in die Welt der „Putzfrau“ ab.

Obwohl wir uns täglich in den Arbeitsbereichen von Raumpflegerinnen aufhalten, bleibt ihre Tätigkeit meistens unentdeckt, denn sie verrichten ihren Dienst am frühen Morgen oder am Abend. Wir erfreuen uns an dem Ergebnis, denn Sauberkeit ist hierzulande eine ganz besondere Tugend – gute Bedingungen also für das heute extrem expandierende Dienstleistungsgewerbe. Ob privater Haushalt, Büro oder klinisch sauberer „Reinst-Raum", in dem moderne Elektro-Chips produziert werden: Sauberkeit war und ist gefragt. Wir lieben es gründlich, porentief, streifenfrei, duftend und hochglanzpoliert.

Seit Generationen arbeiten überwiegend Frauen in diesem Dienstleistungssektor, früher als Dienstmädchen, später als Raumpflegerinnen. Heute wird von ihnen erwartet, dass sie große Flächen in immer kürzerer Zeit putzen. Als Helfer stehen ihnen dafür modernste elektrische Geräte und Maschinen zur Verfügung. Dennoch bleibt es schwere körperliche Arbeit, die gesellschaftlich kaum anerkannt ist und nicht übermäßig entlohnt wird. Stattdessen steigen die Anforderungen: Früher hat eine Reinigungskraft circa 40 bis 50 Quadratmeter in der Stunde gereinigt, heute liegt der Standard zwischen 200 und 400 Quadratmeter. Dabei sorgt die Logistik in den Firmenzentralen dafür, dass die Kolonnen möglichst effizient eingesetzt werden können.

Historische, soziale und technische Aspekte und Bedingungen, die in der Ausstellung unter die Lupe genommen werden, täuschen dabei nicht über die Tatsache hinweg, dass der Job im Reinigungsgewerbe von Menschen gemacht wird. Hier ist der Roboter noch weitgehend Zukunftsmusik.

Museum Industriekultur Osnabrück, Magazingebäude

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