Autogerechte Große Straße

Die Fotografie aus den 1960er Jahren zeigt ein ungewöhnliches Bild der Großen Straße mit Blick in Richtung Nikolaiort. Nicht nur zahlreiche Passanten drängeln sich vor den Geschäften, auch Autos schlängeln sich Stoßstange an Stoßstange durch die heutige Fußgängerzone.

Anfang der 1970er Jahre war das dann nicht mehr möglich. Mit dem Start eines umfangreichen Sanierungsprozesses verschwand der rollende Verkehr endgültig aus der Großen Straße. Nach Abschluss der Baumaßnahmen 1978 konnten die Fußgänger schließlich auf dem neuen Betonsteinpflaster ohne Gefahr flanieren und sich auf neu aufgestellten Bänken ausruhen.

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Foto: Große Straße, um 1960, Ch. Grovermann

Zunächst musste aber die Kanalisation erneuert werden. Bis 1972 war der erste Bauabschnitt zwischen Nikolaiort und Georgstraße fertig gestellt. Nachdem die Betondecke errichtet war, begann die Aufstellung zahlreicher großer Blumenkübel und Glasvitrinen, welche die Attraktivität der Fußgängerzone erhöhen sollten. 1973 war schließlich auch der zweite Teilabschnitt, der bis zum Neumarkt reichte, vollständig saniert.

1999 und 2000 wurde das Betonsteinpflaster der Fußgängerzone durch chinesischen Granit ersetzt und ist bis heute geblieben. Kollisionsgefahr mit Autos oder Straßenbahn erwarten die shoppingfreudigen Fußgänger schon lange nicht mehr, dafür lauern nun andere Risiken: Wer sich nicht an den Mindestabstand zu anderen Personen hält, dem kann derzeit ein unsichtbares Virus zur Gefahr werden. Also, achtet bitte weiterhin auf genügend Abstand und nehmt Rücksicht auf andere Passanten.

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